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Nachhilfe geben: So startest du erfolgreich als Nachhilfelehrer

Nachhilfe geben ist einer der beliebtesten Nebenjobs. Erfahre, was du verdienen kannst, wie du Schüler findest und welche rechtlichen Grundlagen gelten.

Felix Zink

Felix Zink

Gründer

26. März 2026
9 min Lesezeit
Nachhilfe geben: So startest du erfolgreich als Nachhilfelehrer

Nachhilfe geben gehört zu den flexibelsten und beliebtesten Nebentätigkeiten in Deutschland. Ob du Schüler, Student oder Quereinsteiger bist – du kannst dein Wissen in einem Fach nutzen, um anderen beim Lernen zu helfen und dabei gutes Geld zu verdienen. Dank digitaler Werkzeuge und Online-Plattformen erreichst du als Nachhilfelehrer heute Schüler weit über deine eigene Stadt hinaus.

Doch bevor du loslegst, gibt es einiges zu beachten: Wie kalkulierst du faire Preise? Wo findest du zuverlässig Schüler? Und musst du dich beim Finanzamt anmelden? In diesem Guide erfährst du alles, was du als angehender Nachhilfelehrer wissen musst – von der Preisgestaltung über die besten Akquise-Wege bis hin zu den rechtlichen Grundlagen.

Nachhilfe geben gehört zu den flexibelsten und beliebtesten Nebentätigkeiten in Deutschland. Ob du Schüler, Student oder Quereinsteiger bist – du kannst dein Wissen in einem Fach nutzen, um anderen beim Lernen zu helfen und dabei gutes Geld zu verdienen. Dank digitaler Werkzeuge und Online-Plattformen erreichst du als Nachhilfelehrer heute Schüler weit über deine eigene Stadt hinaus.

Doch bevor du loslegst, gibt es einiges zu beachten: Wie kalkulierst du faire Preise? Wo findest du zuverlässig Schüler? Und musst du dich beim Finanzamt anmelden? In diesem Guide erfährst du alles, was du als angehender Nachhilfelehrer wissen musst – von der Preisgestaltung über die besten Akquise-Wege bis hin zu den rechtlichen Grundlagen.

Wer kann Nachhilfe geben?

Grundsätzlich kann jeder Nachhilfe geben, der in einem Fach sicheres Wissen mitbringt und es verständlich erklären kann. Du brauchst kein Lehramtsstudium – entscheidend sind Fachkompetenz, Geduld und die Fähigkeit, komplexe Themen einfach zu vermitteln.

Nachhilfe geben als Schüler

Bereits ab der Oberstufe kannst du jüngeren Mitschülern helfen. Der Vorteil: Du verstehst die Herausforderungen aus erster Hand und kannst den Stoff auf Augenhöhe erklären. Typische Fächer sind Mathematik, Deutsch und Englisch. Beachte, dass du unter 18 Jahren die Zustimmung deiner Eltern brauchst und das Jugendarbeitsschutzgesetz die Arbeitszeiten begrenzt.

Als Student oder Studentin

Studierende sind die größte Gruppe unter den Nachhilfelehrern. Du profitierst von deinem aktuellen Fachwissen und kannst Schüler von der Grundschule bis zum Abitur begleiten. Besonders gefragt sind MINT-Fächer wie Mathematik, Physik und Chemie sowie Sprachen wie Englisch und Französisch. Als Student kannst du Nachhilfe ideal mit deinem Studium vereinbaren, da du deine Zeiten flexibel einteilen kannst.

Quereinsteiger und Fachkräfte

Auch ohne pädagogische Ausbildung kannst du als Berufstätiger, Rentner oder Freiberufler Nachhilfe geben. Dein Praxiswissen aus dem Berufsleben ist ein echter Mehrwert – besonders in Fächern wie Wirtschaft, Informatik oder Fremdsprachen. Eltern schätzen die Erfahrung und Reife älterer Nachhilfelehrer oft besonders.

Welche Fächer sind besonders gefragt?

Die Nachfrage ist in einigen Fächern deutlich höher als in anderen. An der Spitze stehen:

  • Mathematik – das mit Abstand meistgebuchte Nachhilfefach in allen Klassenstufen
  • Deutsch – vor allem Rechtschreibung, Grammatik und Textanalyse
  • Englisch – als wichtigste Fremdsprache durchgehend gefragt
  • Französisch, Latein und Spanisch – klassische Problemfächer an Gymnasien
  • Physik und Chemie – besonders in der Oberstufe und zur Abiturvorbereitung

Nachhilfe geben: Was kannst du verdienen?

Als Nachhilfelehrer liegt dein Stundensatz typischerweise zwischen 15 und 40 Euro. Der genaue Verdienst hängt von deiner Qualifikation, dem Fach, der Region und der Unterrichtsform ab.

Stundensätze nach Qualifikation

Dein Hintergrund bestimmt maßgeblich, was du verlangen kannst. Als Faustregel gilt:

  • Schüler (Oberstufe): 10–15 Euro pro Stunde – ideal für Grundschüler und Unterstufe
  • Studenten: 15–25 Euro pro Stunde – die häufigste Preisspanne für private Nachhilfe
  • Ausgebildete Lehrkräfte und Akademiker: 25–45 Euro pro Stunde – für anspruchsvolle Fächer und Prüfungsvorbereitung

In Großstädten wie München, Hamburg oder Frankfurt liegen die Preise tendenziell höher als in ländlichen Regionen. Der Unterschied kann bis zu 30 Prozent betragen.

Online vs. Präsenz: Unterschiede beim Preis

Online-Nachhilfe ist oft günstiger als Präsenzunterricht, da keine Fahrtkosten anfallen. Gleichzeitig erreichst du online einen größeren Markt und kannst mehr Stunden anbieten. Viele Nachhilfelehrer verlangen für Online-Stunden etwa 10 bis 15 Prozent weniger als für Präsenz – manche berechnen aber den gleichen Satz, da die Qualität vergleichbar ist.

Den richtigen Preis finden

Setze deinen Preis so, dass er deine Qualifikation widerspiegelt und gleichzeitig für Schüler bezahlbar bleibt. Recherchiere, was andere Nachhilfelehrer in deiner Region für dein Fach verlangen. Starte lieber etwas günstiger, um erste Bewertungen und Erfahrung zu sammeln, und passe deinen Preis dann schrittweise nach oben an. Ein guter Anhaltspunkt: Dein Stundensatz sollte über dem Mindestlohn von 13,90 Euro liegen, aber realistisch für deine Zielgruppe sein.

Schüler finden: Die besten Wege

Du hast dein Fach und deinen Preis festgelegt – jetzt brauchst du Schüler. Es gibt mehrere bewährte Kanäle, die sich gut miteinander kombinieren lassen.

Nachhilfe-Plattformen und Vermittlungsdienste

Plattformen wie Superprof, Erste Nachhilfe oder GoStudent verbinden dich direkt mit Schülern in deiner Umgebung oder online. Du erstellst ein Profil mit deinen Qualifikationen, Fächern und Preisen. Schüler oder deren Eltern können dich dann kontaktieren und Stunden buchen. Der Vorteil: Du musst nicht selbst aktiv nach Schülern suchen. Beachte allerdings, dass einige Plattformen eine Provision oder Mitgliedsgebühr verlangen.

Auch lokale Nachhilfe-Institute wie Studienkreis oder Schülerhilfe stellen regelmäßig Nachhilfelehrer ein. Die Stundensätze liegen dort allerdings oft unter dem privaten Marktpreis, dafür hast du einen stetigen Schülerzulauf.

Eigeninitiative: Aushänge, soziale Medien und Co.

Klassische Aushänge am Schwarzen Brett in Schulen, Universitäten, Bibliotheken oder Supermärkten funktionieren nach wie vor erstaunlich gut. Zusätzlich lohnt sich ein Profil in lokalen Facebook-Gruppen, auf Kleinanzeigen-Portalen oder bei nebenan.de. Erstelle eine kurze, ansprechende Vorstellung mit deinen Fächern, deinem Standort und deiner bisherigen Erfahrung.

Empfehlungen und Mundpropaganda aufbauen

Der effektivste Kanal ist langfristig die persönliche Empfehlung. Wenn du gute Arbeit leistest und Schüler ihre Noten spürbar verbessern, werden Eltern dich im Freundes- und Bekanntenkreis weiterempfehlen. Bitte zufriedene Familien aktiv um eine Bewertung auf deinem Plattform-Profil oder um Weiterempfehlungen. Dieser organische Wachstumskanal ist kostenlos und bringt dir die motiviertesten Schüler.

Online Nachhilfe geben oder vor Ort unterrichten?

Die Entscheidung zwischen Online- und Präsenznachhilfe hängt von deinem Fach, deiner Zielgruppe und deinen persönlichen Vorlieben ab. Beide Formate haben klare Stärken, und viele erfolgreiche Nachhilfelehrer bieten inzwischen beides an.

Vorteile der Online-Nachhilfe

Online Nachhilfe geben hat den Unterricht grundlegend verändert. Du bist ortsunabhängig, sparst Fahrtzeit und erreichst Schüler in ganz Deutschland – oder sogar international. Besonders für sprachliche Fächer und theoretische Themen eignet sich der digitale Unterricht hervorragend. Mit geteiltem Bildschirm, digitalen Whiteboards und Chat-Funktionen kannst du den Stoff anschaulich und interaktiv vermitteln.

Wann Präsenzunterricht besser ist

Für jüngere Schüler – insbesondere Grundschulkinder – ist der persönliche Kontakt oft wichtiger. Sie profitieren davon, gemeinsam am Tisch zu sitzen, auf Papier zu schreiben und direkte Rückmeldung zu bekommen. Auch in naturwissenschaftlichen Fächern mit praktischen Übungen oder bei Schülern mit Konzentrationsschwierigkeiten kann der Präsenzunterricht die deutlich bessere Wahl sein.

Technische Ausstattung für Online-Nachhilfe

Für den Einstieg in die Online-Nachhilfe brauchst du keine teure Ausrüstung. Die wichtigsten Werkzeuge sind:

  • Laptop oder PC mit funktionierender Webcam und Mikrofon
  • Stabile Internetverbindung mit mindestens 10 Mbit/s
  • Videokonferenz-Tool wie Zoom, Google Meet oder Microsoft Teams
  • Digitales Whiteboard wie Miro, Jamboard oder das integrierte Whiteboard in Zoom
  • Grafiktablett (optional, aber sehr empfehlenswert für Mathematik und Naturwissenschaften)

Rechtliches und Steuern beim Nachhilfe geben

Wer regelmäßig Nachhilfe gibt und damit Geld verdient, muss einige rechtliche Grundlagen beachten. Das klingt komplizierter als es ist – die meisten Regelungen sind unkompliziert, wenn du sie einmal verstanden hast.

Brauchst du eine Gewerbeanmeldung?

Die gute Nachricht: Für Nachhilfe brauchst du in der Regel keine Gewerbeanmeldung . Nachhilfeunterricht gilt nach §18 des Einkommensteuergesetzes als unterrichtende Tätigkeit und damit als freiberuflich . Das bedeutet: keine Gewerbesteuer, keine IHK-Pflichtmitgliedschaft und deutlich weniger Bürokratie. Du musst dich lediglich beim Finanzamt anmelden und erhältst eine Steuernummer für deine Rechnungen.

Steuern auf deine Nachhilfe-Einnahmen

Deine Einnahmen aus der Nachhilfe musst du in der Einkommensteuererklärung angeben. Ob tatsächlich Steuern anfallen, hängt von deinem gesamten Jahreseinkommen ab. Der Grundfreibetrag liegt 2026 bei 12.348 Euro – bis zu diesem Betrag zahlst du keine Einkommensteuer. Als Student oder Schüler, der nur nebenbei Nachhilfe gibt, wirst du diesen Betrag in der Regel nicht überschreiten.

Wichtig: Auch wenn du unter dem Freibetrag bleibst, bist du zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, sobald du selbstständige Einkünfte erzielst. Bewahre alle Belege für Arbeitsmittel wie Bücher, Fahrtkosten oder Software auf – diese kannst du als Betriebsausgaben absetzen.

Minijob, Freiberufler oder Angestellter?

Du hast im Wesentlichen drei Möglichkeiten, deine Nachhilfe rechtlich zu gestalten:

  • Freiberuflich selbstständig: Die häufigste und flexibelste Variante. Du legst deine Preise selbst fest, organisierst deine Stunden eigenständig und rechnest direkt mit den Familien ab.
  • Minijob (bis 603 Euro/Monat): Wenn du bei einem Nachhilfe-Institut angestellt bist, kannst du bis zu 603 Euro im Monat verdienen, ohne Sozialabgaben zu zahlen. Der Arbeitgeber übernimmt die pauschalen Abgaben.
  • Angestelltenverhältnis: Einige größere Institute bieten feste Verträge mit Sozialversicherung. Die Stundensätze liegen dort meist niedriger als auf dem freien Markt, dafür hast du mehr Sicherheit und Planbarkeit.

Anmeldung beim Finanzamt

Sobald du regelmäßig Nachhilfe gibst, fülle den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung beim Finanzamt aus. Das geht online über ELSTER und dauert etwa 15 Minuten. Du erhältst dann eine Steuernummer, die du für deine Rechnungen brauchst. Eine Gewerbeanmeldung ist bei freiberuflicher Nachhilfe nicht erforderlich.

Tipps für erfolgreichen Nachhilfeunterricht

Gute Nachhilfe ist mehr als nur Stoff erklären. Mit der richtigen Vorbereitung und Methodik holst du das Beste aus jeder Stunde heraus – und sorgst dafür, dass deine Schüler echte Fortschritte machen.

Unterricht gut vorbereiten und strukturieren

Bereite jede Stunde kurz vor. Frage den Schüler vorher, welche Themen anstehen oder wo die größten Schwierigkeiten liegen. Plane die Stunde in drei Teile: kurze Wiederholung des letzten Stoffs, Erarbeitung des neuen Themas und eine Übungsphase. So gibst du jeder Stunde eine klare Struktur und vermeidest planlose Wiederholungen. Erstelle dir eine einfache Vorlage, die du für jede Stunde anpassen kannst.

Lernfortschritte sichtbar machen

Halte den Fortschritt schriftlich fest. Notiere nach jeder Stunde, was ihr behandelt habt und wo noch Nachholbedarf besteht. So kannst du Schülern und Eltern zeigen, wie sich die Leistung über die Wochen verbessert. Kleine Erfolgserlebnisse motivieren enorm – hebe gezielt hervor, was der Schüler bereits geschafft hat, bevor du auf Schwächen eingehst.

Kommunikation mit Eltern meistern

Gerade bei jüngeren Schülern sind die Eltern deine wichtigsten Ansprechpartner. Gib regelmäßig kurzes Feedback zum Lernstand – per Nachricht oder direkt nach der Stunde. Sei ehrlich, aber konstruktiv. Wenn ein Schüler Schwierigkeiten hat, benenne das klar und schlage konkrete nächste Schritte vor. Eltern schätzen Transparenz und werden dich weiterempfehlen, wenn sie sehen, dass du engagiert und zuverlässig arbeitest.

Mit einem Buchungstool wie Bookicorn kannst du deine Termine, Schülernotizen und Kommunikation zentral verwalten – das spart Zeit und wirkt professionell gegenüber Eltern.

Häufige Fragen zum Nachhilfe geben

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um das Thema Nachhilfe geben auf einen Blick.

Fazit

Nachhilfe geben ist ein flexibler und lohnender Nebenjob für Schüler, Studenten und Quereinsteiger gleichermaßen. Mit der richtigen Preisgestaltung, einer klaren rechtlichen Grundlage und einer guten Portion Engagement kannst du dir schnell einen stabilen Schülerstamm aufbauen.

Ob du dich für Online-Nachhilfe oder Präsenzunterricht entscheidest – der Bedarf an guter Nachhilfe ist groß und wächst stetig. Starte mit den Tipps aus diesem Guide, sammle erste Erfahrungen und entwickle deinen eigenen Unterrichtsstil. Der wichtigste Schritt ist, einfach anzufangen.

Felix Zink

Geschrieben von

Felix Zink

Gründer

Felix hat Bookicorn von Grund auf entwickelt – vom Buchungssystem über das Credit-System bis zur Trainer-Abrechnung. Als Fullstack-Entwickler bei der Unicorn Factory Media GmbH baut er Software, die Studios den Alltag erleichtert.

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