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Hundeschule eröffnen 2026: Kosten, Voraussetzungen & Tipps

Der komplette Leitfaden zur Hundeschule-Gründung: Voraussetzungen, Kosten, rechtliche Grundlagen und Praxis-Tipps für angehende Hundetrainer.

Felix Zink

Felix Zink

Gründer

19. März 2026
13 min Lesezeit
Hundeschule eröffnen 2026: Kosten, Voraussetzungen & Tipps

Eine Hundeschule eröffnen – davon träumen viele Hundeliebhaber, die ihre Leidenschaft zum Beruf machen möchten. Der Markt für professionelles Hundetraining wächst stetig: Rund 10,3 Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten (Statista, 2025), und immer mehr Halter suchen qualifizierte Unterstützung bei der Erziehung ihres Vierbeiners. Doch der Weg in die Selbstständigkeit als Hundetrainer erfordert mehr als nur Tierliebe. Von der Ausbildung über die Erlaubnis nach §11 TierSchG bis hin zu Kosten, Marketing und Verwaltung – in diesem Leitfaden erfahren Sie alles, was Sie für eine erfolgreiche Hundeschule-Gründung 2026 wissen müssen.

Voraussetzungen für die Hundeschule-Gründung

Bevor Sie eine Hundeschule eröffnen, sollten Sie Ihre persönliche und fachliche Eignung ehrlich prüfen. Nicht jeder gute Hundehalter ist automatisch ein guter Hundetrainer.

Persönliche Eignung und Soft Skills

Als Hundetrainer arbeiten Sie vor allem mit Menschen . Sie müssen Trainingsmethoden verständlich erklären, Konflikte lösen und individuell auf jedes Mensch-Hund-Team eingehen. Geduld, Empathie und Kommunikationsstärke sind mindestens genauso wichtig wie Fachwissen über Hundeverhalten.

Darüber hinaus brauchen Sie unternehmerisches Denken . Buchhaltung, Kundenakquise und Selbstorganisation gehören zum Alltag eines selbstständigen Hundetrainers. Wer ausschließlich mit Hunden arbeiten möchte und betriebswirtschaftliche Aufgaben scheut, wird es schwer haben.

Ausbildung zum Hundetrainer

In Deutschland gibt es keine einheitlich geregelte Ausbildung zum Hundetrainer. Die Qualität der Angebote variiert stark. Folgende Optionen stehen Ihnen offen:

  • IHK-Zertifikat: Die Industrie- und Handelskammer bietet in einigen Regionen Sachkundeprüfungen an. Dieses Zertifikat wird von Veterinärämtern anerkannt und verleiht Seriosität.
  • Private Akademien: Anbieter wie die ATN, Ziemer & Falke oder die Akademie für Tiernaturheilkunde bieten Ausbildungen zwischen 12 und 24 Monaten an. Kosten: 3.000 bis 8.000 EUR.
  • Studium: Tierverhaltenstherapie oder verwandte Studiengänge an Hochschulen bieten die wissenschaftlich fundierteste Basis.
  • Praktika: Unabhängig von der theoretischen Ausbildung sollten Sie mindestens 6 Monate Praxiserfahrung in einer etablierten Hundeschule sammeln.

IHK-Sachkundeprüfung und Zertifikate

Seit der Novellierung des Tierschutzgesetzes müssen Hundetrainer ihre Sachkunde nachweisen. Die Prüfung umfasst Themen wie Lernverhalten, Ethologie, Tierschutzrecht und Haltungsbedingungen. Je nach Bundesland können die Anforderungen leicht variieren. Die Prüfungsgebühren liegen typischerweise bei 200 bis 500 EUR .

Zusätzliche Zertifizierungen – etwa als Verhaltensberater oder in speziellen Trainingsmethoden – können Ihre Glaubwürdigkeit steigern und helfen, sich von der Konkurrenz abzuheben.

Rechtliche Grundlagen: §11 TierSchG und Gewerbeanmeldung

Die rechtlichen Anforderungen an eine Hundeschule sind in Deutschland klar geregelt. Wer sie nicht erfüllt, riskiert Bußgelder und die Schließung des Betriebs.

Erlaubnis nach §11 Tierschutzgesetz

Jeder, der gewerbsmäßig Hunde ausbildet oder die Ausbildung von Hunden anleitet , benötigt eine Erlaubnis nach §11 Abs. 1 Nr. 8f TierSchG. Den Antrag stellen Sie beim zuständigen Veterinäramt . Folgende Unterlagen werden in der Regel verlangt:

  • Nachweis der Sachkunde (IHK-Zertifikat oder gleichwertig)
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Nachweis geeigneter Räumlichkeiten oder Trainingsflächen
  • Hygienekonzept und Notfallplan
  • Nachweis einer Betriebshaftpflichtversicherung

Die Bearbeitungszeit beträgt je nach Behörde 4 bis 12 Wochen . Planen Sie diesen Vorlauf in Ihre Gründungstimeline ein.

Gewerbeanmeldung und Rechtsform

Mit der §11-Erlaubnis in der Hand melden Sie Ihr Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt an. Die Gebühren liegen bei 20 bis 60 EUR. Für den Start empfiehlt sich ein Einzelunternehmen – es ist unkompliziert und kostengünstig. Alternativ bietet eine GbR Vorteile, wenn Sie zu zweit gründen.

Melden Sie sich außerdem beim Finanzamt an (Fragebogen zur steuerlichen Erfassung) und prüfen Sie, ob die Kleinunternehmerregelung (§19 UStG) für Sie infrage kommt. Bei einem Jahresumsatz unter 22.000 EUR können Sie von der Umsatzsteuer befreit werden.

Versicherungen für die Hundeschule

Ohne passenden Versicherungsschutz kann ein einziger Vorfall Ihre Existenz gefährden. Diese Versicherungen sind empfehlenswert:

  • Betriebshaftpflichtversicherung: Deckt Schäden, die während des Trainings entstehen. Unverzichtbar! Kosten: ca. 300–600 EUR/Jahr.
  • Berufshaftpflichtversicherung: Schützt vor Ansprüchen aus fehlerhafter Beratung.
  • Betriebsinhaltsversicherung: Sichert Ausstattung und Equipment ab.
  • Krankenversicherung: Als Selbstständiger müssen Sie sich selbst versichern – privat oder freiwillig gesetzlich.

Kosten und Finanzierung einer Hundeschule

Die Gründungskosten einer Hundeschule liegen je nach Konzept zwischen 5.000 und 30.000 EUR. Wer mobil startet, kommt mit weniger aus. Ein eigener Trainingsplatz erhöht die Investition deutlich.

Gründungskosten im Überblick

Die größten Kostenpositionen bei der Gründung einer Hundeschule sind:

  • Ausbildung und Zertifikate: 3.000–8.000 EUR für die Hundetrainer-Ausbildung, 200–500 EUR für die Sachkundeprüfung
  • Ausstattung und Equipment: 1.000–3.000 EUR für Agility-Geräte, Leinen, Dummies, Clicker und Trainingsmaterial
  • Trainingsplatz: 0 EUR (Nutzung öffentlicher Flächen) bis 15.000 EUR (Pacht, Einzäunung, Unterstand)
  • Marketing und Webseite: 500–2.000 EUR für Logo, Webseite, Visitenkarten und erste Werbemaßnahmen
  • Versicherungen: 300–600 EUR/Jahr für die Betriebshaftpflicht
  • Gewerbeanmeldung und Behörden: 100–300 EUR für Anmeldung, §11-Antrag und Führungszeugnis

Laufende Kosten kalkulieren

Neben den Startkosten fallen monatlich feste Ausgaben an. Rechnen Sie mit folgenden Positionen:

  • Platzmiete/Pacht: 200–800 EUR/Monat je nach Standort und Größe
  • Versicherungen: 25–50 EUR/Monat
  • Marketing: 50–200 EUR/Monat für Online-Werbung und Social Media
  • Software und Tools: 30–80 EUR/Monat für Buchungssystem, Buchhaltung
  • Verbrauchsmaterial: 50–100 EUR/Monat für Leckerlis, Reinigung, Verschleiß
  • Krankenversicherung: 200–400 EUR/Monat als Selbstständiger

Insgesamt sollten Sie mit laufenden Kosten von 600 bis 1.600 EUR monatlich rechnen. Kalkulieren Sie einen finanziellen Puffer von mindestens 6 Monaten ein, bevor Sie den Break-Even erreichen.

Finanzierungsmöglichkeiten

Verschiedene Finanzierungsoptionen stehen Ihnen offen:

  • Eigenkapital: Die sicherste Variante. Ideal, wenn Sie nebenberuflich starten und nach und nach aufbauen.
  • Gründungszuschuss: Die Agentur für Arbeit fördert Existenzgründungen aus der Arbeitslosigkeit. Voraussetzung: Restanspruch auf ALG I.
  • KfW-Gründerkredit: Zinsgünstige Kredite der KfW-Bank für Existenzgründer bis 125.000 EUR.
  • Mikrokredite: Für kleinere Summen bis 25.000 EUR über spezielle Mikrokredit-Programme.

Praxis-Tipp: Erstellen Sie einen detaillierten Businessplan mit Umsatzprognose. Kalkulieren Sie konservativ und planen Sie 20 % Puffer auf alle Kostenpositionen ein. Viele Gründer unterschätzen den Zeitraum bis zur Rentabilität.

Hundeplatz, Ausstattung und Geschäftsmodelle

Die Wahl zwischen stationärem und mobilem Training bestimmt maßgeblich Ihre Kostenstruktur und Ihr Kundenspektrum. Beide Modelle haben klare Vor- und Nachteile.

Stationäre Hundeschule vs. mobiles Training

Stationäre Hundeschule: Sie mieten oder pachten ein Gelände mit eingezäuntem Trainingsplatz. Das schafft Professionalität und ermöglicht Gruppenkurse. Nachteil: Hohe Fixkosten und Ortsgebundenheit.

Mobiles Training: Sie fahren zu Ihren Kunden oder nutzen wechselnde öffentliche Flächen. Geringere Startkosten und maximale Flexibilität. Nachteil: Eingeschränkte Möglichkeiten für Gruppenkurse und wetterabhängig.

Hybrid-Modell: Viele erfolgreiche Hundetrainer kombinieren beide Ansätze. Gruppenkurse auf dem eigenen Platz und Einzeltraining beim Kunden zu Hause. Dieses Modell maximiert die Auslastung und spricht unterschiedliche Zielgruppen an.

Trainingsgelände finden und einrichten

Ein guter Hundeplatz ist mindestens 500 Quadratmeter groß, eingezäunt (Zaun mindestens 1,80 m hoch) und gut erreichbar. Ideale Standorte liegen am Stadtrand mit Parkmöglichkeiten. Achten Sie auf:

  • Genehmigung zur gewerblichen Nutzung (Baurecht prüfen)
  • Lärmschutzauflagen der Gemeinde
  • Wasseranschluss und sanitäre Einrichtungen
  • Unterstand oder Container für Regentage
  • Beleuchtung für Kurse in der dunklen Jahreszeit

Kontaktieren Sie Ihre Gemeinde oder Landwirte in der Umgebung. Oft können Wiesen oder brachliegende Grundstücke günstig gepachtet werden.

Ausstattung und Equipment

Die Grundausstattung einer Hundeschule umfasst:

  • Agility-Geräte: Tunnel, Hürden, Slalomstangen, Wippe (ab 500 EUR im Set)
  • Trainingsmaterial: Schleppleinen (10–15 m), Clicker, Targetsticks, Dummies, Futterbeutel
  • Sicherheit: Erste-Hilfe-Set für Hunde und Menschen, Maulkörbe in verschiedenen Größen
  • Verwaltung: Laptop, Drucker, Buchungssoftware für Terminplanung und Kundenverwaltung
  • Komfort: Sitzgelegenheiten für Halter, Kotbeutel-Spender, Trinkwasser für Hunde

Marketing und Kundengewinnung

Die beste Hundeschule nützt nichts, wenn niemand davon erfährt. Ein durchdachtes Marketing ist entscheidend für Ihren Erfolg – besonders in den ersten Monaten.

Online-Präsenz aufbauen

Ihre Webseite ist das Schaufenster Ihrer Hundeschule. Sie sollte professionell gestaltet sein, Ihre Qualifikationen darstellen und eine einfache Kontaktaufnahme ermöglichen. Wichtige Elemente:

  • Übersicht Ihrer Kurse und Preise
  • Vorstellung Ihrer Person und Qualifikationen
  • Kontaktformular und Online-Buchungsmöglichkeit
  • Kundenstimmen und Erfahrungsberichte
  • Blog mit Tipps rund um die Hundeerziehung (gut für SEO)

Richten Sie außerdem ein Google Unternehmensprofil ein. Es ist kostenlos und sorgt dafür, dass Ihre Hundeschule bei lokalen Suchanfragen wie "Hundeschule in der Nähe" erscheint. Sammeln Sie aktiv Google-Bewertungen – sie sind der wichtigste Vertrauensfaktor für Neukunden.

Social Media und lokale Werbung

Instagram und Facebook sind die wichtigsten Kanäle für Hundeschulen. Teilen Sie Trainingsvideos, Vorher-Nachher-Geschichten und Tipps. Kurze Reels mit Trainingserfolgen erzielen besonders hohe Reichweiten.

Ergänzende lokale Maßnahmen:

  • Flyer bei Tierärzten, Zoohandlungen und Hundefrisören auslegen
  • Kooperationen mit Tierheimen und Züchtern
  • Tag der offenen Tür mit kostenlosen Schnupperstunden
  • Lokale Hundeevents sponsern oder organisieren
  • Empfehlungsprogramm für bestehende Kunden (Rabatt bei Weiterempfehlung)

Preise kalkulieren und Angebote strukturieren

Die Preisgestaltung hängt von Ihrer Region, Ihrer Qualifikation und Ihrem Angebot ab. Orientierungswerte für Deutschland:

  • Einzeltraining: 50–80 EUR pro Stunde (60 Min.)
  • Gruppenkurs: 15–25 EUR pro Teilnehmer und Stunde (4–6 Teams)
  • Welpenkurs (8 Einheiten): 120–200 EUR
  • Verhaltensberatung: 80–120 EUR für die Erstberatung (90 Min.)

Praxis-Tipp: Bieten Sie Pakete und Abonnements an. Ein 10er-Karten-System oder monatliche Flatrates erhöhen die Kundenbindung und sorgen für planbare Einnahmen. Kalkulieren Sie Ihre Preise so, dass Sie bei realistischer Auslastung (60–70 % der verfügbaren Stunden) Ihre Kosten decken und ein angemessenes Einkommen erzielen.

Digitale Verwaltung und Organisation

Eine gut organisierte Verwaltung spart Zeit und verhindert Chaos. Gerade als Einzelunternehmer müssen Sie Kurse, Kunden und Finanzen effizient managen.

Buchungssystem und Kundenverwaltung

Ein professionelles Buchungssystem ist für eine moderne Hundeschule unverzichtbar. Kunden erwarten, online Kurse buchen und bezahlen zu können. Die manuelle Verwaltung per Telefon, WhatsApp und Excel-Tabellen wird schnell unübersichtlich und fehleranfällig.

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Software auf:

  • Online-Buchung: Kunden buchen selbstständig, ohne dass Sie jeden Anruf entgegennehmen müssen
  • Kundendatenbank: Alle Informationen zu Hund und Halter an einem Ort
  • Kursplanung: Übersichtlicher Kalender mit automatischer Platzverwaltung
  • Zahlungsabwicklung: Direkte Online-Zahlung reduziert Ausfälle und Mahnaufwand
  • Kommunikation: Automatische Erinnerungen und Benachrichtigungen an Teilnehmer

Buchhaltung und Rechnungsstellung

Als Gewerbetreibender sind Sie zur ordnungsgemäßen Buchführung verpflichtet. Nutzen Sie von Anfang an eine Buchhaltungssoftware wie Lexoffice, SevDesk oder FastBill. Trennen Sie konsequent Geschäfts- und Privatkonto.

Wichtige Aufgaben:

  • Monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldung (bei Regelbesteuerung)
  • Rechnungen mit allen Pflichtangaben ausstellen
  • Belege digitalisieren und aufbewahren
  • Jährliche Einkommensteuererklärung
  • Gewerbesteuererklärung (Freibetrag: 24.500 EUR)

Praxis-Tipp: Investieren Sie früh in eine Steuerberatung. Die Kosten (ca. 100–200 EUR/Monat) sparen Sie durch optimierte Steuerlast und vermiedene Fehler schnell wieder ein.

Spezialisierung und Kursangebot entwickeln

Ein durchdachtes Kursangebot ist der Kern Ihrer Hundeschule. Je klarer Ihr Profil, desto leichter gewinnen Sie die richtigen Kunden. Vermeiden Sie den Fehler, alles für jeden anbieten zu wollen.

Grundkurse als Basis

Diese Kurse bilden das Fundament und sorgen für regelmäßige Einnahmen:

  • Welpenkurs (8–12 Wochen): Sozialisation, Grundkommandos, Stubenreinheit. Die meisten Hundebesitzer suchen direkt nach dem Kauf eines Welpen professionelle Hilfe. Dieser Kurs ist Ihr wichtigster Einstiegskanal für Neukunden.
  • Junghundekurs (5–12 Monate): Aufbaukommandos, Leineführigkeit, Rückruftraining. Viele Halter kämpfen in der Pubertätsphase ihres Hundes mit Rückschritten – hier ist der Bedarf besonders hoch.
  • Grundgehorsam für erwachsene Hunde: Sitz, Platz, Bleib, Leineführigkeit, Rückruf. Auch Hunde aus dem Tierschutz brauchen häufig eine solide Grunderziehung.
  • Einzeltraining: Individuelle Problemlösung für spezifische Verhaltensauffälligkeiten. Höchste Marge, aber begrenzte Kapazität.

Spezialkurse als Alleinstellungsmerkmal

Mit Spezialkursen heben Sie sich von der Konkurrenz ab und erreichen neue Zielgruppen:

  • Anti-Giftköder-Training: Extrem gefragt in städtischen Gebieten. Viele Hundehalter haben große Angst vor ausgelegten Giftködern.
  • Mantrailing: Nasenarbeit und Suchspiele sind bei Hundebesitzern sehr beliebt. Geringer Materialaufwand, hohe Teilnehmerzufriedenheit.
  • Agility-Kurse: Sportliches Training mit Parcours. Hohe Kundenbindung, da Teilnehmer langfristig dabeibleiben.
  • Social Walks: Gruppenspaziergänge unter Anleitung. Niedrige Einstiegshürde für neue Kunden und idealer Upselling-Kanal für weitere Kurse.
  • Therapiehund-Ausbildung: Nische mit Premium-Preisen. Voraussetzung: Entsprechende Zusatzqualifikation.
  • Hundehalter-Seminare: Theorie-Abende zu Themen wie Körpersprache, Ernährung oder Erste Hilfe für Hunde. Skalierbar und gut online durchführbar.

Zielgruppen definieren

Definieren Sie klar, welche Zielgruppen Sie ansprechen möchten. Typische Segmente für Hundeschulen:

  • Erstbesitzer: Brauchen umfassende Betreuung von der Welpenphase an. Höchste Zahlungsbereitschaft, da sie unsicher sind.
  • Erfahrene Halter: Suchen Spezialkurse und sportliche Herausforderungen wie Agility oder Obedience.
  • Tierschutz-Adoptierende: Hunde aus dem Tierschutz haben oft Verhaltensauffälligkeiten. Kooperationen mit Tierheimen sind eine Win-Win-Situation.
  • Familien mit Kindern: Sicherer Umgang Kind-Hund ist ein wachsendes Thema. Familienkurse sind ein Alleinstellungsmerkmal.

Praxis-Tipp: Beginnen Sie mit 3–4 Grundkursen und fügen Sie alle 3–6 Monate einen Spezialkurs hinzu. So wachsen Sie organisch und überfordern sich nicht.

Verdienst und Wachstumsperspektiven

Wie viel Sie als Hundetrainer verdienen, hängt von Ihrem Geschäftsmodell, Standort und Ihrer Auslastung ab. Hier sind realistische Zahlen für den deutschen Markt.

Realistisches Einkommen als Hundetrainer

Im ersten Jahr sollten Sie konservativ kalkulieren. Typische Einkommensentwicklung:

  • Monat 1–6: 500–1.500 EUR netto. Kundenaufbau, Marketing, Bekanntheit steigern. Viele Gründer haben in dieser Phase noch einen Nebenjob.
  • Monat 7–12: 1.500–2.500 EUR netto. Stammkunden aufgebaut, erste Weiterempfehlungen, Google-Bewertungen sammeln.
  • Ab Jahr 2: 2.500–4.000 EUR netto bei guter Auslastung. Gruppenkurse laufen, Wartelisten für beliebte Kurse.
  • Ab Jahr 3+: 3.000–5.000+ EUR netto möglich durch Spezialisierung, höhere Preise und ggf. erste Mitarbeiter.

Wichtig: Diese Zahlen gelten für Vollzeit-Hundetrainer, die aktiv Marketing betreiben. Wer keine Online-Präsenz aufbaut und nur auf Mundpropaganda setzt, braucht deutlich länger.

Umsatzberechnung: Ein Beispiel

Nehmen wir ein realistisches Szenario für eine stationäre Hundeschule im zweiten Betriebsjahr:

  • 4 Gruppenkurse pro Woche à 6 Teilnehmer à 20 EUR = 480 EUR/Woche
  • 5 Einzelstunden pro Woche à 65 EUR = 325 EUR/Woche
  • 1 Spezialkurs am Wochenende à 8 Teilnehmer à 25 EUR = 200 EUR/Woche

Das ergibt einen Wochenumsatz von ca. 1.005 EUR oder rund 4.020 EUR/Monat brutto . Abzüglich laufender Kosten von 800–1.200 EUR bleiben 2.800–3.200 EUR vor Steuern . Nach Steuern und Sozialabgaben sind das ca. 2.000–2.500 EUR netto.

Wachstumsstrategie: Vom Einzeltrainer zum Team

Wenn Ihre Hundeschule gut läuft, stehen Ihnen mehrere Wachstumspfade offen:

  • Mitarbeiter einstellen: Ab einer konstanten Auslastung von 80+ % lohnt sich ein zweiter Trainer. Beginnen Sie mit Honorarkräften auf Stundenbasis, bevor Sie fest anstellen.
  • Online-Kurse anbieten: Theorie-Module als Videotraining ermöglichen skalierbare Einnahmen ohne zusätzliche Arbeitszeit.
  • Franchising oder Lizenzen: Wenn Ihr Konzept nachweislich funktioniert, können Sie es an andere Trainer lizenzieren.
  • Produktverkauf: Trainingsmaterial, Futterbeutel oder eigene Leckerlilinie als zusätzliche Einnahmequelle.

Praxis-Tipp: Führen Sie von Anfang an Buch über Ihre Kennzahlen: Kundenanzahl, Auslastung pro Kurs, Umsatz pro Kursart. Nur mit Zahlen können Sie fundierte Entscheidungen über Preiserhöhungen, neue Kurse oder Mitarbeiter treffen.

Häufige Fragen zum Hundeschule eröffnen

Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um die Hundeschule-Gründung auf einen Blick.

Fazit: Ihre eigene Hundeschule erfolgreich gründen

Eine Hundeschule zu eröffnen ist ein realistisches Ziel für alle, die Fachwissen, unternehmerisches Denken und Leidenschaft für Hunde mitbringen. Der Weg erfordert sorgfältige Planung: Von der Ausbildung und §11-Erlaubnis über die Kostenplanung bis zum Marketing gibt es viele Schritte – aber keiner davon ist unüberwindbar.

Starten Sie mit einem klaren Businessplan, sichern Sie sich die notwendigen Genehmigungen und bauen Sie Ihre Online-Präsenz frühzeitig auf. Ob stationär, mobil oder als Hybrid-Modell – finden Sie das Konzept, das zu Ihren Stärken und Ihrem Markt passt.

Der Markt für professionelles Hundetraining wächst weiter. Mit der richtigen Vorbereitung und einem professionellen Auftritt können Sie sich eine stabile Existenz aufbauen und gleichzeitig Ihre Leidenschaft leben.

Felix Zink

Geschrieben von

Felix Zink

Gründer

Felix hat Bookicorn von Grund auf entwickelt – vom Buchungssystem über das Credit-System bis zur Trainer-Abrechnung. Als Fullstack-Entwickler bei der Unicorn Factory Media GmbH baut er Software, die Studios den Alltag erleichtert.

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Voraussetzungen für die Hundeschule-Gründung